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TOP 10 Dawn of Majesty

13.08.2021 18:34

Hallo zusammen! Ich hoffe ihr seid alle gesund und bestenfalls geimpft, damit die Sammelkarten-vertreibenden Betriebe weiter geöffnet bleiben können. Denn bald wird das neue Hauptset „Dawn of Majesty“ erscheinen, und das heißt, es ist wieder Zeit für einen Top-10-Artikel! Da sonst eigentlich alles beim Alten ist, schlage ich vor, wir legen gleich los!

Platz 10: Albaz 2.0

Los geht’s mit der wahrscheinlich einzigen Karte in dieser Liste, die ich in einem Ranking nach objektiver Stärke vielleicht höher eingeordnet hätte. Albion der ummantelte Drache gehört zum Komplex der Karten rund um Gefallener von Albaz und ersetzt diesen irgendwie, irgendwie aber auch nicht. Sein Effekt ist relativ kompliziert. Wenn er in der Hand oder im Friedhof liegt, kann man Gefallener von Albaz oder eine „markiert“-Zauber- oder Fallenkarte von der Hand oder dem Deck auf den Friedhof schicken. Dann aktiviert sich ein Effekt, je nachdem, von wo man die Karte geschickt hat. War es von der Hand, kann man den Drachen von der Hand bzw. vom Friedhof beschwören. War es jedoch vom Deck, legt man ihn stattdessen unter das Deck und zieht eine neue Karte. Er hat also zwei Hauptfunktionen: Zum einen sich selbst beschwören, zum Anderen „markiert“-Karten auf den Friedhof zu schicken. Letztere haben zwar oft Friedhofseffekte, meistens aber keine besonders guten. Im Grunde bewirken alle nur, dass die Karten sich, wenn sie durch den Effekt von Gefallener von Albaz auf den Friedhof geschickt wurden, in der End Phase selbst setzen können. Glücklicherweise gilt unser Drache tatsächlich auf dem Feld und im Friedhof als solcher, weshalb diese Effekte, wenn ich mich nicht sehr täusche, tatsächlich triggern sollten, sofern Albion der ummantelte Drache seinen Effekt vom Friedhof aus aktiviert hat. Dorthin ist er, dank seines Typs, auch sehr einfach befördert, das ändert aber nichts daran, dass sich selbst in der End Phase zurück aufs Feld setzen irgendwie nicht besonders gut ist. Und auch sonst bringt einem die Namensänderung nicht viel. Zwar erlaubt sie es uns, den Drachen als Material für die diversen Fusionsmonster zu benutzen, aber es fehlt Albaz‘ Superpolymerisations-Effekt, man bräuchte also irgendeine schlechte Fusions-Spell. Es bleiben also die Funktion als 2500-ATK-Beatstick oder als Emporkömmling Goblin-Verschnitt, der allerdings einen Garnet verlangt. Insgesamt eine interessante Karte, die daran scheitert, dass es schlicht keine guten „markiert“-Karten gibt.

Platz 9: Sicher kein Wortspiel mit „Swallow“

Für Platz 9 nehme ich bitte einmal die Kategorie „Karten, von den ich wünschte, es hätte sie vor zehn Jahren gegeben“. Und damit meine ich Langsame Schwalbe, an sich ein typischer Packfiller, dafür aber verdammt interessant. Kontrolliert man zwei Monster mit der gleichen Stufe, kann man sie als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören, außerdem kann man sie als Tribut anbieten, um im nächsten Spielzug zwei statt nur einer Karte in der Draw Phase zu ziehen. Ach ja, stellt euch doch nur mal vor, was für eine geile Karte das damals im Formula Monarch-Format oder so gewesen wäre. Beschwöre sie, benutze sie als Tributfutter, als Material für Formelsynchron oder nutze den Draw-Effekt. Oder wenn du das Material für ein Stufe-8-Synchro aus zwei 4ern hast, nutze die Schwalbe, um stattdessen Trishula zu bauen. Aber auch heute noch könnte ich mir schlechtere Karten vorstellen. Denn anders als die ähnlich gestrickte Karte Kartenauto D sind beide Effekte nicht weiter eingeschränkt. Nur während früher wahrscheinlich der Draw-Effekt interessanter gewesen wäre, ist die Schwalbe heutzutage wohl in erster Linie ein Extender, mit dem Draw-Effekt als Notfalloption.

Platz 8: Möchtegern-Norden

Als nächstes haben wir das einzige Xyz-Monster in diesem Ranking. Es ist schon bemerkenswert, wie viel ein paar Worte, in Extremfällen ein einziges oder auch nur ein Satzzeichen, in Yu-Gi-Oh! ausmachen können. Denn ursprünglich sollte Drachenlerche Pairen Platz 2 werden, doch dann habe ich einen kleinen Halbsatz bemerkt, und alles änderte sich: „During the Standby Phase“.
Aber gehen wir erstmal zurück zum Anfang. Drachenlerche Pairen ist ein Rang-6-Xyz-Monster mit generischen Materialien. Rang 6 war leider bislang einer der schlechteren Ränge, da es kaum guten Support gab. Vielleicht ändert sich das mit einer Karte aus den höheren Rängen, das werdet ihr dann ja sehen. Trotzdem bleibt es ein schwieriger Rang, der nur mit einem wirklich guten Effekt gerechtfertigt werden kann. Und im Grunde hat der Drache den auch, wenn da nicht besagter Halbsatz wäre. Er kann nämlich ein beliebiges Stufe-5-oder-niedriger-Monster ohne weitere Einschränkungen vom Friedhof beschwören. Vor ein paar Jahren konnte das schon einmal ein gewisses Fusionsmonster namens Ältestes Wesen Norden, allerdings auf Beschwörung, weshalb es inzwischen auch verboten ist. Pairen läuft hingegen keinerlei Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden, denn er beschwört in der eigenen Standby Phase, weshalb der Gegner einen ganzen Zug Zeit hat, es zu verhindern. Mit anderen Worten: Es wird in einem kompetitiven Duell niemals vorkommen. Da hilft auch der zusätzliche Schutzeffekt nichts, den der Drache bekommt, wenn ein vom Friedhof beschworenes Monster auf dem Feld liegt. Schade drum, aber für Style und Idee, und weil das Niveau in diesem Set relativ niedrig ist, reicht es gerade noch für Platz 8.

Platz 7: Hohe Kunst

Endlich wieder Ritual-Support! Seit Jahren schmeißt Konami damit förmlich um sich, in dem Versuch, die veraltete Mechanik, die ursprünglich mehr Ziegelsteine und Minus mitbrachte als die Elbphilharmonie, irgendwie relevant zu halten. Durchaus erfolgreich, schließlich hatten wir seither ein Tier-0-Ritualdeck und auch einer der derzeit stärksten und meistgehassten Decks, Drytrons, setzt auf die blauen Main Deck-Monster.
Und diesen Decks bringt Hohe Ritualkunst… genau gar nichts. Aber eine interessante Karte ist es trotzdem, denn wir sind an einem Punkt angekommen, wo es generische Ritualzauber gibt, die Monster aus dem Deck (!) beschwören. Natürlich nicht ganz ohne Nachteile. Denn zum einem muss das Material ein Normales Monster in der Hand sein, zum Anderen wird das beschworene Monster in der nächsten End Phase des Gegners zurück ins Deck gemischt. Und auch dies ist bezeichnend für den derzeitigen Stand des Spiels, denn die begrenzte Lebenszeit ist nicht wirklich ein Problem. Das wahre Problem der Karte ist nämlich, dass man – BAM, BAM, BAM – normale Monster spielen muss!  Und das lohnt sich einfach nicht, weshalb ich für die Karte derzeit auch höchstens in zwei Decks einen Platz sehe. Zum einen Blue-Eyes, die ihre „Ultimative Zerstörungsmaschine“ auf tausend Arten suchen können, sie oft genug übrig haben, nachdem Blauäugiger Alternativer Drache gedroppt wurde, und auf diese Weise Blauäugiger Chaos-MAX-Drache  oder Nekroz von Valkyrus beschwören können. Das andere sind Pendulums, die es dank normaler Pendelmonster ohnehin besser verantworten können, Vanillas zu spielen. Sie können z.B. Drachenpuls-Magier suchen und diesen für Nekroz vom Einhorn opfern. Da beide Decks aber irgendwie 2015-mäßig sind und der Power-Boost durch Hohe Ritualkunst jetzt auch nicht enorm, wird man die Karte vorerst wohl kaum sehen. Aber cool ist sie trotzdem.

Platz 6: Quasars neuer bester Freund

Für Synchro-Fans wie mich ist es wieder ein gutes Set. Das erste von vielen Indizien dafür heißt Gaiarüstung Drachenpanzer, ein Synchromonster der Stufe 6 mit generischen Materialien. Mit seinem ersten Effekt kann er sich als Tribut anbieten, um drei Synchromonster vom Friedhof zurück ins Extra Deck zu legen. Klingt erstmal schlecht, ist aber in sehr spammigen Decks wie Junk Doppel tatsächlich ganz praktisch, wo der Platz im Extra Deck extrem beengt ist und man Karten wie T.G. Hyperbibliothekar und Formelsynchron so viel loopen möchte wie es irgendwie geht. Im wesentlichen ist es aber eine einfache Möglichkeit, ihn vom Feld in den Friedhof zu bekommen, wo sein wirklich wichtiger Effekt zur Geltung kommt: Man kann mit ihm vom Friedhof ein Extra Deck-Monster ausrüsten, das man kontrolliert, und dann fortan jedes Mal, wenn es angreift, eine Karte ziehen. Das ist nicht auf einmal pro Spielzug beschränkt, besonders lustig wird es also mit Monstern, die mehrfach angreifen können, z.B. Quasarschnuppen-Drache, Hochgeschwindigkeitsroid Chanbara, Chimeratech-Überdrache, Gagaga-Samurai oder Kaliberschwert-Drache. Und das beste? Es ist auch unwichtig, ob Gaiarm korrekt beschworen wurde oder nicht. Mit anderen Worten: Du kannst ihn auch einfach mit Extra-Törichtes Begräbnis oder Nadir-Diener zum Friedhof befördern. Jetzt wo ich das schreibe fällt mir auch gerade auf, dass das wahrscheinlich die Hauptnutzungsweise sein wird: Ihn einfach als etwas spielen, das man gut für Nadir-Diener auf den Friedhof schicken kann.

Platz 5: Tickende Zeitbombe

Noch ein Synchromonster! Ja, für Liebhaber der silbernen Karten ist das hier ein gutes Set, wie wir vielleicht noch in den höheren Platzierungen sehen werden. Mehr noch: Konami scheint weiter an ihrem Plan zu arbeiten, Stufe 9 zur besten Stufe für Synchromonster zu machen. Sternenwind Wolfrayet ist ein ziemlich interessantes Monster mit komplett generischen Materialien und einer… hübschen 90er-Ästhetik. Aber auf das Äußere kommt es ja nicht an, also lasst uns über das Reden, was unter dem Artwork geschrieben steht. Das ist nämlich ein hübscher Paranoia-Effekt im Stil von Nibiru, das Urwesen oder sogar Maxx „C“. Zwar fehlt ihm das Überraschungsmoment von Ersterem und die schiere Brokenness von letzterem. Aber Nibiru war auch Platz 1 der besten Karten eines ganzen Jahres und Maxx „C“ ist meiner Meinung nach die stärkste Monsterkarte aller Zeiten, ich beschwere mich hier daher auf hohem Niveau.
Also, was macht dieser Good boy jetzt? Jedes Mal, wenn ein Monstereffekt aktiviert wird, und das kommt, wie ihr wisst, oft vor, erhält er (permanent) 300 ATK hinzu. Soweit, so schlecht. Der Clou ist folgender: Sobald er mehr als 4000 ATK hat, kann er sich jederzeit als Quick Effect zusammen mit allen Monstern des Gegners zurück ins Deck mischen. Der wäre natürlich schön blöd, wenn er es tatsächlich so weit kommen ließe, aber dennoch bedeutet es, dass er maximal drei Monstereffekte aktivieren kann. Klar, das ist nichts, was Beschwörungslimit nicht besser könnte, aber das kommt schließlich auch nicht vom Extra Deck. Und selbst wenn der Gegner es schafft, brav bei seinen drei Effekten zu bleiben, so hat er es immer noch mit einem 3900 ATK-Beatstick zu tun, der mit einem einzigen eigenen Effekt scharf gemacht werden kann. Eine nette Spielerei ist außerdem, dass es völlig egal ist, wie er auf die 4000 ATK kommt. Wenn du unbedingt willst kannst du ihn also auch einfach mit Axt der Verzweiflung ausrüsten (oder, was wahrscheinlich eher viable ist, Waffe aus der Waffenkammer). Insgesamt also eine coole Karte für Leute, die kein Xyz-Deck spielen oder die sich schlicht keinen Göttliches Arsenal AA-ZEUS – Himmelsdonner leisten können.

Platz 4: Sternenstaub-Waifu

Und wieder ein geiles Set für 5D’s-Fanboys! Während ich letztes Mal meinen Blumentopf wegen des Aki-Supports nass gemacht habe, so ist jetzt mein anderer Liebling dran: Meine absolute Lieblingskarte, die ich wahrscheinlich seit 8 Jahren (Gott, ich werde alt…) als Avatar im Forum gehabt hätte, wenn die Leute mich dann nicht ständig mit Yami Silver verwechselt hätten: Sternenstaubdrache! Genauer gesagt dessen Majestätisch-Spielweise. Für diese erscheint jetzt eine hervorragende neue Supportwelle, die ineinander greift wie eine gut geölte Maschine. Liebend gern hätte ich dafür auch wieder zwei Plätze im Ranking freigeräumt, aber leider hat das Set dafür zu viele spannende Karten, der folgende Abschnitt könnte also dezent lang werden.
Am besten, ich stelle euch einfach eine Beispiel-Kombo vor. Man braucht das neue Sternenstaub-Synchron (suchbar durch Stimmen) sowie einen beliebigen Extender (z.B. Roter Resonator, Einmal-Passcode, Goblindbergh, was auch immer). Man beschwört Sternenstaub-Synchron und den Extender. Sternenstaub-Synchron sucht Sternenstaub-Illumination. Man baut Krystron-Halqifibrax (wen sonst?) und holt Majestätischer Drache. Man aktiviert Sternenstaub-Illumination und legt meinen Platz 5, Sternenstaub-Spur in den Friedhof. Man aktiviert den Effekt von Sternenstaub-Synchron im Friedhof und bietet Halqifibrax als Tribut an, um es zurück zu holen. Der Effekt von Sternenstaub-Spur im Friedhof aktiviert sich, und sie beschwört sich ebenfalls aufs Feld. Man beschwört Sternenstaubdrache. Der Effekt von Sternenstaub-Spur aktiviert sich und man bekommt eine Stufe-1-Spielmarke. Man benutzt den Effekt von Sternenstaub-Illumination im Friedhof, um Sternenstaubdraches Stufe um 1 zu erhöhen und beschwört dann das neue Bossmonster Schnuppiger majestätischer Sternendrache (das neue Meisterwerk der deutschen Übersetzer!). Der kann dann Zeug annullieren und verbannen, die Effekte von Monstern annullieren und ein paar Mal angreifen.
Und das ist nur, was man mit möglichst wenig Setup und möglichst wenig themenexternen Karten machen kann. Mit dem gleichen Setup und variierenden Halqifibrax-Zielen ließen sich auch Sternschnuppen-Drache, Sternenstaubkrieger, Kristallflügel-Synchrodrache und der klassische Majestätischer Sternendrache bauen. Mit Mecha-Phantomungeheuer Auroradon und/oder Gerümpelraser lässt sich bestimmt auch irgendein Shit anstellen.
Und richtig ab geht’s, wenn man es irgendwie schafft, Sternenstaub-Spur ohne Sternenstaub-Illumination in den Friedhof zu kriegen (Sie ist ein Drache, dir fällt schon was ein). Denn dann kann das Synchron stattdessen Ankunft im Licht suchen. Noch so eine geile Karte, mit der du bei Aktivierung Gedankensammler-Drache oben aufs Deck legen kannst. Beschwörst du dann ein Synchromonster, kannst du ihn ziehen, wodurch sein Effekt sich aktiviert und er sich zusammen mit einem beliebigen anderen Drachen der Stufe 1 vom Deck aufs Feld beschwört.
Also, warum ist nun Sternenstaub-Spur im Ranking, wo das Herzstück des Decks doch eher Sternenstaub-Synchron ist? Der Grund ist offensichtlich, aber tun wir einfach mal so, als sei ich kein Simp, sondern einfach der Meinung, dass sie auch gut generisch eingesetzt werden kann. Wie bereits angedeutet, kann man sie neben Sternenstaub-Illumination auch mit Zeug wie Drachenschrein und Drachenschlucht in den Friedhof gelegt werden. Und ihr Friedhofseffekt besagt nur, dass irgendein Monster als Tribut angeboten werden muss. Leider muss sie aber, um die Spielmarke zu bekommen, für ein Sternenstaub-, „Krieger“- oder Synchron-Monster als Synchromaterial benutzt werden. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn mit Sternenstaub-Angriffskrieger und Beschleunigungssynchron gibt es solide generische Ziele. Eingesetzt werden könnte sie z.B. in Hieratic-Decks. Gehen wir vom klischeehaften Tefnuit-Su-Move aus. Sobald Priesterlicher Drache von Tefnuit als Tribut angeboten wird, kann sich Sternenstaub-Spur beschwören und Tefnuit holt gleichzeitig Galaxieschlange. Dann kann man Sternenstaub-Angriffskrieger bauen, also das klassische Rank-6-Play, mit einer Handkarte und einer Spielmarke umsonst. Oder, hört mich an, man benutzt sie in Kombination mit Einzelfeuer-Blüte! Dann kann man ein episches Yusei-Aki-Waifu Deck bauen! Das wäre zwar ein ziemlich kruder Haufen, aber es wird schon laufen, wenn man an das Herz der Karten glaubt, oder? Oder?

Platz 3: Noch mehr cooler Synchro-Stuff

Jawoll! Synchro-Überholen ist als nächstes dran. Eine sehr coole Zauberkarte, sozusagen das Synchro-Gegenstück zu Fusionsentsendung, einer meiner Lieblingskarten der letzten Jahre (zu dumm, dass ich bei dem Set, wo sie rauskaum, noch nicht auf der „interessant“-Schiene gefahren bin). In beiden Fällen zeigt man ein Monster vom Extra Deck vor und beschwört eines der namentlich genannten Materialien vom Deck. Die Synchro-Variante hat dabei einen gewaltigen Nachteil und einen gewaltigen Vorteil. Der Nachteil ist, dass Synchromonster ihre Materialien sehr viel seltener namentlich nennen als Fusionsmonster, wodurch der Pool an möglichen Zielen erschreckend klein ist. Am besten sind wohl noch Seuchenverbreitender Zombie (z.B. eine süße Tech in Adamancipator-Decks) sowie Blumensynchron, die sich selbst vom Friedhof bzw. ein Stufe-2-oder-niedriger-Monster von der Hand beschwören können. Aber auch das im Artwork abgebildete Straßensynchron gehört zu den besseren Zielen, da man es sonst nur schwer aufs Feld bekommt und sein zugehöriges Synchromonster Straßenkrieger ziemlich dope ist. Im Wesentlichen ist Synchro-Überholen aber einfach ein Tuner quasi beliebiger Stufe als Extender, in der Art von Notfallteleport (RIP, you’re missed). Denn hier kommt der große Vorteil ins Spiel: Dadurch, dass Synchromonster selten spezifische Materialien verlangen ist ein random Tuner deutlich nützlicher als ein random Fusionsmaterial. Man kann das beschworene Monster nämlich immer noch benutzen, um irgendwas zu beschwören.

Platz 2: Scharfe Schwertkämpferin

Der letzte Beitrag ist irgendwie etwas kurz geraten, deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für etwas Plot! Doch den Weeb-Humor mal beiseite, Die Iris-Schwertseele hat in der Tat einen recht komplizierten, aber dafür sehr interessanten Effekt, weshalb es tatsächlich ein längerer Abschnitt werden könnte. Sie erinnert mich sehr an Talent der drei Taktiken, damals mein Platz 1 der interessantesten Karten aus Return of the Duelist, bloß als Handtrap. Beide sind an einen bestimmten Gamestate gekoppelt, um überhaupt benutzt werden zu können, und dienen somit vor allem als Comeback-Play nach einer gegnerischen Interruption. Und beide haben mehrere starke Effekte, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten aktiviert werden können.
Im Falle von Die Iris-Schwertseele ist der benötigte Gamestate, bei dem man sie als Schnelleffekt von der Hand beschwören kann, dass sich ein Monster mit annulliertem Effekt auf dem Feld befindet. Wo genau und aus welchem Grund ist dabei völlig egal, was es sogar recht wahrscheinlich macht, dass er tatsächlich eintritt. Du kannst sie zum Beispiel abwerfen, wenn der Gegner deine Monster mit Effektverschleierin, Nebelklinge der Phantomritter, Verschwundener Wind, Verbotener Tropfen oder Kein Dunkler Herrscher mehr lahmlegt oder du selbst das mit seinen machst. Das ist schon einmal eine solide Auswahl, doch leider funktioniert es nicht bei einigen der derzeit populärsten Negations, etwa Kaliberlade-Wilddrache und Apollousa, Bogen der Göttin, da diese die Aktivierung von Effekten annullieren, nicht die Effekte selbst. Deshalb wird es, wenn du Die Iris-Schwertseele nutzen willst, wohl in den meisten Fällen darauf hinauslaufen, dass du selbst das Negieren übernimmst oder sich ein Monster auf dem Feld befindet, dass bewusst aufgrund eines Effekts mit negiertem Effekt herumläuft, etwa weil es durch Fremdenführerin aus der Unterwelt beschworen wurde.
Doch was tut sie, wenn sie mal auf dem Feld ist? Wie schon erwähnt mehrere Dinge, jedoch ist der große Nachteil gegenüber Talent der drei Taktiken, dass man sich den Effekt nicht einfach aussuchen darf, sondern er hängt vom Gegner ab. Wenn dieser ein Monster als Spezialbeschwörung beschwört, aktiviert sich einer der Effekte, davon abhängig, von wo er beschwört. Der beste, aber auch seltenste Effekt, lässt einen einfach so zwei Karten ziehen. Dafür muss der Gegner vom (Main) Deck spezialbeschwören. Aber auch der wohl am häufigsten nutzbare Effekt, wenn er vom Extra Deck beschwört, ist brauchbar, denn dabei wird das betroffene Monster sofort zerstört. Mit dem letzten Effekt kann man, wenn der Gegner von der Hand spezialbeschwört, es ihm gleichtun. Das bringt einem in seinem Zug allerdings kaum etwas, daher ist das der schwächste Effekt. Ganz die Klasse von Talent der drei Taktiken erreicht Die Iris-Schwertseele daher nicht, aber immerhin: Im Gegensatz zur Zauberkarte kann man theoretisch alle drei Effekte im gleichen Spielzug benutzen. Klingt für mich nach einem verdienten Platz 2.

Platz 1: Und… fertig.

Joa, Platz 1. Es ist Fertigfusion, was mich in eine Zwickmühle steckt. Sie ist eindeutig die beste und interessanteste Karte des Sets, aber es gibt trotzdem so wenig zu ihr zu sagen! Im Grunde ersetzt sie einfach nur die zwei vor kurzem gestrichenen Kopien von Instantfusion. Wobei „nur“ hier vielleicht nicht angebracht ist, denn schließlich handelt es sich dabei um eine der vielseitigsten und wichtigsten Zauberkarten des Jahrzehnts. Fertigfusion hat einen Vorteil und einen Nachteil gegenüber ihrer Vorlage. Der Nachteil ist, dass sie nur Nichteffekt-Fusionsmonster beschwören kann, was weniger schlimm ist als es klingt. Instantfusion-Ziele wurden nur in den seltensten Fällen für ihre Effekte benutzt, die einzigen Ausnahmen hierfür sind im Grunde Tausendäugiges Opfer und Millenniumäugiges Opfer sowie das inzwischen verbotene Ältestes Wesen Norden und ein paar eher nischige Einsätze von Beschworener Raidjin und El-Schattenpuppe Winda. Tatsächlich ist das größere Problem, dass durch die neue Einschränkung Attribut/Typ/Name-Kombinationen wegfallen, von denen es schlicht keine Nichteffekt-Fusionsmonster gibt. Panzerdrache z.B., durch den Licht/Maschine/Stufe 5 und damit ein mögliches Material für Sternzeichen-Kundler Pleiaden UND Cyber Drache Nova in einem wegfallen. Die Stufe 1 fällt komplett weg, und Helden- und Schattenpuppen-Monster kann man mit ihr auch nicht beschwören. Trotzdem bleibt die grundlegende Funktion erhalten, nämlich den passenden Extender für jedes Deck aus dem Hut zu zaubern. Zum Beispiel, um spezielle Xyz-Monster zu beschwören, die bestimmtes Material vorgeben, etwa Sternzeichen-Kundler Pleiaden und Bahamut-Hai. Oder, wenn man ein Deck hat, das gerne Monster unterschiedlicher Stufen spielt, kann man einfach mehrere verschiedene Ziele spielen und dann das gerade nötige beschwören. Mit Seemonster des Theseus und neuerdings Allvergebens die Essenz der Nichtigkeit (wait a minute, haben sich das wirklich die gleichen Leute ausgedacht, die uns „Schnuppiger majestätischer Sternendrache“ beschert haben?) befinden sich unter den Zielen auch Empfänger.
Man kann sogar argumentieren, dass Fertigfusion diesen Job noch besser macht als das Original, denn hier kommt ihr Vorteil ins Spiel: Sie kann auch Monster der Stufe 6 beschwören. Das war noch nie so unkompliziert möglich, weshalb die Karte für Rang-6-Decks wie Hazy Flame geradezu ein Geschenk des Himmels ist. Aber auch sonst kann sich der Rang-6-Pool mit Karten wie Photonenstoß-Rausschmeißer, Sternzeichen-Kundler Ptolemy M7, Nummer 24: Dragulas der blutsaugende Drache, Handschuhwerfer und Beatrice, die ewige Dame durchaus sehen lassen. Und auch einige Monster mit speziellen Materialien, die bislang kaum beschwörbar waren, werden nun deutlich spielbarer. Etwa Norito der moralische Führer über Sanexe oder Evolzar Solda über Bracchio-Raidus. Insgesamt also eine tolle Karte, die hoffentlich nicht das gleiche Schicksal erleiden wird wie ihre große Schwester Instantfusion.

Dishonorable Mention:

Und jetzt, zum krönenden Abschluss, gilt es, die schlechteste Karte des Sets zu küren. Okay, es ist Krug der Großzügigkeit. Doch die ist so lame! Geht auf das Video eines beliebigen Yugitubers zum Thema „Worst cards in Yu-Gi-Oh!“ und springt vor zum ersten Platz, der Topf der Großzügigkeit sein wird. Dann schaut ihr euch das Video an und übertragt alles, was ihr hört, auf eine noch schlechtere Fallenkarte. Nein, die Karte, über die ich reden möchte, ist Aeropixdrei. Allein schon wegen des herrlich bescheuerten Namens und des Artworks, wegen dem ihr inzwischen Augenkrebs haben dürftet. Und die Karte schafft es tatsächlich, einen genauso schlechten Effekt zu besitzen. Es ist ein Stufe-1-Monster mit vernachlässigbaren 200 ATK und DEF und ohne eingebaute Beschwörungsbedingung. Mit anderen Worten, sie muss als Normalbeschwörung beschworen werden. Dafür hat sie den sagenhaften Effekt, ein Monster in ihrer eigenen Spalte zusammen mit ihr selbst bewegen zu können. Seit ein paar Jahren werden die Spalten immer mehr ins Spielgeschehen einbezogen, wohl in der Meinung, Link-Monster hätten sie relevanter gemacht. Das hat sich als dicke fette Fehlannahme entpuppt und Spaltenschiebereffekte sind nach wie vor eine der schlechtesten Mechaniken im Spiel. Doch das hier ist immer noch 2021, und selbst augenkrebsverursachende Packfiller mit Spaltenschiebereffekte müssen diese noch mit einem anderen Vorteil kombinieren, und das ist in unserem Fall eine der anderen schlechtesten Mechaniken des Spiels! Denn wenn Aeropixdrei ihren Effekt benutzt hat, legt sie einen Counter auf das betroffene gegnerische Monster und dieses verliert sagenhafte 200 ATK! Immerhin, das ganze ist ein Quick Effect, mit anderen Worten, bevor der Gegner etwas mit seinem Monster machen kann, hat dieses sogar bis zu 400 ATK verloren! Und dafür mussten wir nur unsere Normalbeschwörung für ein hässliches Monster mit 200 ATK opfern. Shit is broken.

Honorable Mentions:

Okay, kommen wir also zu den „echten“ honorable Mentions, und ich kann einfach nicht umhin, an dieser Stelle die Suships zu erwähnen. Ich feiere dieses Mini-Thema nach wie vor, allein schon für die beknackte Brillanz, die es erfordert, Sammelkarten von aus Sushi nachgebildeten Marineschiffen zu entwerfen. Was können die also, außer diverse Vorurteile des Westens gegenüber Japan zu bestätigen? Nun, die wesentliche Kombo ist folgende: Man aktiviert den Feldzauber Gunkan-Suschiff-Werft Küstenlokal, dann beschwört man Gunkan-Suschiff Ikura, legt mit dem Feldzauber Gunkan-Suschiff Shari oben aufs Deck und benutzt dann den Effekt von Ikura. Das deckt dann Shari auf und beschwört es, sodass man anschließend Gunkan-Suschiff Ikura-Klasse Panzerschiff mit seinem vollen Effekt Xyz-beschwören kann, sodass es zweimal angreifen und man bei seiner Beschwörung eine Karte ziehen kann.
Daneben bekommen auch einige bestehende Themen Support. Man sollte zum Beispiel meinen, ich würde mich sehr über den Alien-Support freuen, aber irgendwie will der Funke bei mir und Kosmischer Schlitzer Zer‘oll nicht so recht überspringen. Zwar kann das Link-Monster theoretisch mehrmals pro Spielzug zusätzliche Normalbeschwörungen ermöglichen, sofern man genügend A-Zähler hat, aber ich habe meine Zweifel, dass Alien-Decks dafür genug Ressourcen haben, ohne zur Engine in irgendeinem Reptilien-Wombo-Kombo-Deck zu verkommen. Ganz cool ist hingegen der Gusto-Support mit Rückenwind von Gusto, einem tatsächlich gutem Ausrüstungszauber, der Monster vom Deck beschwören und weitere Kopien von sich selbst suchen kann. Und zu guter Letzt bekommen die Chronomal-Monster guten Support, allen voran Chronomale Esperanza-Glyphe, eine Fallenkarte, die bis zu zwei Monster vom Deck beschwören kann.
Und dann gibt es noch einiges an Typen-Support. Z.B. Schutzgeist Loagaeth, ein Extender für Feen, der auch Monster des Gegners verbannen kann, oder Shinobi-Insekt Hagakuremino, ein Link-Monster für Insekten, dass passend zum neuen Beetrooper-Deck ins TCG importiert wurde. Und dann ist da noch Gizmek Naganaki, der Sonnenaufgangs-Anzeiger, eine Art Einzelfeuer-Blüte für Stufe-1-Maschinen, deren ATK den eigenen DEF entsprechen. Die einzigen erwähnenswerten Ziele dafür sind derzeit noch Cyber Drache Nächster sowie Cybertal, aber es ist eine Karte, die definitiv früher oder später relevant werden könnte.

Competitive Mentions:

Okay, ich gebe es zu: Das Set ist nicht das Beste. Ich selbst finde es ganz cool, weil viele Karten drin sind, die meinen persönlichen Geschmack bedienen, aber es gibt nur wenige Competitive mentions, und deren Status als solche ist auch eher fragwürdig. Mit Abstand am relevantesten wird Fertigfusion als vielseitiger Extender sein, gefolgt wahrscheinlich von Chronomale Vimana. Letztere gehört zwar zum Chronomal-Support, ist aber auch generisch als Monster-Negierer mit Schnelleffekt zu gebrauchen. Dann gibt es noch die Karte, wegen der die Dragon Rulers so schnell nicht wiederkommen werden: Voloferniges, der finsterste Drachen-Untergangsreiter, ein generisches Rang-7-Monster mit Zerstörungseffekt, der ebenfalls zum Schnelleffekt wird, wenn ein Drachen-Monster als Material benutzt wurde. Wie immer sollte außerdem der ganze Albaz-Kram erwähnt werden. Neben Albion der ummantelte Drache ist hier wohl vor allem Markierte Verbindung zu erwähnen, die Albaz von quasi überall außer dem Deck beschwören kann und einen fantastischen Schnellzauber abgegeben hätte. Und sonst? Trickstar-Festival ist eine mächtige Supportkarte für das ehemalige Metadeck, das dieses aber wohl nicht wird retten können. Ähnliches lässt sich über den zahlreichen Pendelsupport sagen. Pendelschatz kann Pendelmonster vom Deck offen aufs Extra Deck legen, das Linkmonster GranSolfakkord Musecia sie von ebendort der Hand hinzufügen, und Menschenjagende Intelligenz ME-PSY-YA ist ein in Pendeldecks leicht beschworenes Bossmonster, das als Makrokosmos für Zauber- und Fallenkarten fungieren kann oder sämtliche beschworenen Monster in der End Phase auf den Friedhof schickt. Sie alle warten förmlich darauf, haufenweise Play zu sehen, sobald wieder ein gutes Pendeldeck auf der Bildfläche erscheint. Und zum Abschluss soll auch das neue TCG-Thema, die Beetrooper, nicht gänzlich unerwähnt bleiben. Denn sie sind gar nicht mal so schlecht. Halt ein ziemlich nichtssagendes aber zeitgemäßes Deckthema, mit hässlichen, aber irgendwie altmodischen Artworks.

Schlusswort:

So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe der Artikel hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal dann, und genießt noch den Sommer, so lange ihr könnt (und sofern er sich mal blicken lässt)!

- Leseleff -