Abgehen wie eine Rakkete!

20.11.2020 08:02

[Artikelname]Abgehen wie eine Rakkete![/Artikelname] Wie man am Titel des Artikels schon unschwer erkennen kann, entführe ich euch heute mal wieder in die Welt der Combodecks, denn ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten ziemlich intensiv mit dem Deck „Dragon Link“ (oft auch als Rokket oder Rakkete bezeichnet) auseinandergesetzt und möchte euch heute meine gesammelten Erfahrungen mit dem Deck mitteilen. Zunächst einmal bringe ich euch allerdings näher, um was für ein Deck es sich hier im Detail handelt.

Was ist Dragon Link für ein Deck?

Auch wenn die Builds der einzelnen Spieler aufgrund des großen spielbaren Kartenpools hier deutlich weiter auseinandergehen, als es beispielsweise bei Grosalamander Decks der Fall ist, bleibt die Grundstrategie, welche in dem Deck verfolgt wird auch hier überwiegend gleich: Man möchte im ersten Zug eines Duells ein so starkes Feld voller Monster mit annullierenden Schnelleffekten aufbauen, dass es für den Gegner beinahe unmöglich ist, dieses zu durchbrechen und er in Folge dessen im dritten Spielzug besiegt wird. Es handelt sich hierbei also um ein build-a-board Deck mit dem Vorsatz, nach idealerweise gewonnenem Würfelwurf das Duell anzufangen und bei dem die Spielzüge auch meistens etwas länger dauern können. Dabei kombiniert dieses Deck gleich mehrere der unfairsten Spielmechaniken in ganz Yu-Gi-Oh! miteinander und ermöglicht es so, neben den 3-5 Negates/Interaktionen im Gegnerzug zusätzlich auch noch Floodgates wie Herold des Bogenlichts zu beschwören oder die Anzahl der Handkarten des Gegners zu verringern. Die grundlegenden Combos der zwei gängigsten Varianten benötigen als Einstiegspunkt lediglich zwei Monster vom Typ Drache auf dem Spielfeld und enden daher mit einem nur sehr geringen Ressourcenaufwand entweder in einem Feld bestehend aus Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären, Kalliberlade-Wilddrache und Herold des Bogenlichts oder aber in Apollousa, Bogen der Göttin mit 2400 ATK, Kalliberlade-Wilddrache und zwei Finsternis Monstern. Diese können anschließend entweder für Transportverbund und einen Extradeck Lock durch Zerstörungsschwert des Drachenbusters oder für Raubpflanze Verte-Anakonda und einem weiteren Negate in Form von Rotäugiger Dunkler Dragoner verwendet werden. Erstgenannte Combo benötigt bedeutend weniger Platz im Main Deck und bietet auf Kosten einiger Extender daher die Möglichkeit, einige Handfallen in das Deck einzubinden, ohne dadurch die 40 Karten Grenze zu überschreiten. Zweitere hingegen ermöglicht deutlich explosivere Eröffnungen und gewinnt dadurch noch mehr Spiele im going first, verliert aber im Gegenzug auch mehr Spiele im going second. Meistens haben diese Varianten mehr als 40 Karten (teilweise bis zu 60), büßen leicht an Konstanz ein und müssen zudem auch fehlerfrei pilotiert werden, um zu funktionieren, da sich mit steigenden Optionen auch die Komplexität eines Decks erhöht. Wie diese Listen im Detail aussehen könnten, sehen wir uns später an. Unabhängig von der gewählten Variante kann man zudem noch Rauchgranate des Diebs (welche über Vylon-Würfel suchbar ist) und Chaosdrache Levianier verwenden, um die Hand des Gegners um ein bis zwei Karten leerer zu machen, was in vielen Szenarien noch deutlich schmerzhafter für den Gegner sein kann, als eine simple Effektnegation. Da ihr jetzt zumindest eine grobe Vorahnung habt, was für ein Übel euch in diesem Matchup schlimmstenfalls erwartet, schauen wir uns nun mal an, was es denn so stark macht und anschließend natürlich auch wie man es aufhält.

Was das Deck so stark macht

Der Fakt, dass dieses Deck von den letzten Listen der verbotenen und limitierten Karten größtenteils verschont wurde, trägt natürlich deutlich zur aktuellen Spielstärke des Decks bei. Denn während andere Decks beispielsweise Jet Synchron und Mecha-Phantomungeheuer O-Löwon einbüßen mussten, hat Dragon Link durch Roter Rosendrache, Vylon-Würfel, Martialischer Metallmarschierer und Gartenrosenmädchen immer noch nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, um die brachiale Spielstärke von Kristron Halqifibrax und Linkreuz bis zum letzten Tropfen auszukosten. Auch auf Karten wie Vom Grab gerufen ist dieses Deck bei weitem nicht so angewiesen, wie es andere Combodecks sind, da es fast durchgehend Kartenvorteil generiert, nicht auf die Normalbeschwörung angewiesen ist und recht früh eine Effektnegation hinlegt, ohne bis zu dem Zeitpunkt des Abwurfs einer Handtrap wie Nibiru, das Urwesen, Unendliche Unbeständigkeit, Effektverschleierin oder Aschenblüte & Freudiger Frühling bereits viele Handkarten verloren zu haben. All das wird im Grunde genommen durch den extrem einfachen Zugriff auf einen Empfänger, in diesem Fall Dracheneinheit Phalanx ermöglicht, welchen man durch Dracheneinheit-Ritter - Romulus indirekt über die suchbare Heilige Lanze der Dracheneinheit spezialbeschwören kann und ist quasi die Eröffnung dafür, was anschließend mit Kristron Halqifibrax und Linkreuz angestellt werden kann. Nachdem diese generischen Karten und Engines also erfolgreich ausgespielt wurden, kann man anschließend von den Drachendeck-eigenen Karten wie Wachdrache Elpy, Wachdrache Pisty und auch Rakketen-Sucher profitieren, welcher nebenbei bemerkt selbst schon ein Ein-Karten Kalliberlade-Wilddrache ist. Da man zu diesem Zeitpunkt entweder schon Apollousa, Bogen der Göttin oder Herold des Bogenlichts kontrolliert, muss man auch keine der gängigsten Handtraps mehr befürchten und kann die restliche Hand mehr oder weniger bedenkenlos ausspielen. Falls ihr Nun darauf hofft, dass ein Dragon Link Spieler eine überdurchschnittlich starke Hand benötigt, um die angesprochenen zwei Drachen auf das Spielfeld zu bekommen, muss ich euch leider enttäuschen.

Denn abgesehen davon, dass Sternenvasall Seyfert und Schwarzer Metalldrache sogar alleine in der Lage sind, diese Bedingung zu erfüllen, gibt es da noch Chaos-Raum, den suchbaren Spielfeldzauber Bootsektor-Start, welcher Rakkete Monster von der Hand beschwört, sowie Schnellstart als nicht once-per-turn Spezialbeschwörung aus dem Deck. Wem das noch nicht genug Optionen sind, der muss auf weitere Extender wie Wiedergeburt oder eine der unzähligen Monster zurückgreifen, die sich auch noch normalbeschwören lassen. Unterm Strich hat man also selbst in Varianten mit vielen Handtraps eigentlich auf jeder Starthand in etwa zwei dieser zusätzlichen Extender sowie eine normalbeschwörung zur Verfügung und kann die oben aufgeführten Combos durchführen. Was neben der hohen Karten-Nutzen Effizienz ebenfalls noch ein Faktor ist, welcher nicht so aktiv wahrgenommen wird, ist die Vielseitigkeit der einzelnen Karten, die in diesem Deck gespielt werden. Bei einem Steinbefreier Deck haben sich die Felder zwar auch sehr einfach und konstant aufbauen lassen, die Karte, die einem aber wirklich einen fast schon unverhältnismäßigen Vorteil gegenüber anderen Decks verschafft hat, war dort der Blockdrache. In Dragon Link ist es meiner Meinung nach nicht nur diese eine Karte, sondern das Gesamtpaket, was sich so spielstark anfühlt. Um euch zu näher zu erklären, wie ich das meine, möchte ich auf einzelne Karten eingehen, die mir dabei besonders positiv aufgefallen sind. Omni-Drache Brotaur ist beispielsweise eine Karte, die nicht nur als Teil einer Combo und zum Suchen von etwa dem halben Deck verwendet werden kann, sondern beschwört er sich nach der Zerstörung einer eurer Karten sogar vom Friedhof und kann seinen Effekt erneut verwenden. Auch der durch Brotaur suchbare Chaosdrache Levianier erfüllt nicht nur den Zweck, die Hand des Gegners zu leeren, denn verbannt ihr sowohl Licht als auch Finsternis Monster für seine Beschwörung, könnt ihr nichtzielend zwei Karten des Gegners zerstören, was im going second oder Runde 2 eines Matches immens wichtig sein kann, vor allem da es dem Deck ohne diese Karte auch deutlich an Removal fehlen würde. Sternenvasall Seyfert ermöglicht es neben seiner Funktion als 1-Karten Combo Starter übrigens auch noch, Chaosdrache Levianier vom Friedhof wieder auf die Hand zu geben, indem ihr diesen dafür vom Friedhof verbannt. Das macht es deutlich wahrscheinlicher, dass ihr den Effekt von Levianier mehrmals in einem Duell verwenden könnt.

Theoretisch kann man auf diese Weise auch Kalliberlade-Wilddrache in das Extra Deck zurück legen. Chaos-Raum lässt euch nicht nur eine der beiden Karten, Weißer Drache Lindwurmstrahl oder Schwarzer Drache Kollapschlange suchen, welche man im Anschluss direkt beschwören kann, sondern auch noch eine verbannte Karte unter euer Deck legen und anschließend eine Karte ziehen. Dadurch ist es trotz der Tatsache, dass sowohl der weiße als auch der schwarze Drache limitiert sind möglich, beide Effekte in einem Spielzug zu verwenden und dabei einen immensen Kartenvorteil zu generieren. Kalliberschwert-Drache dürfte allen bereits bekannt sein und ist im Prinzip nicht besser, als in anderen Decks auch. Jedoch ist die Tatsache, dass es sich hierbei um einen Finsternis Drachen handelt, welcher sogar durch Rotäugiger finsterer Metalldrache vom Friedhof beschworen werden kann in gewissen Szenarien hilfreich. Zudem bleiben nach beenden des ersten Spielzugs oft noch Karten wie Gefahringer Drache oder Transportverbund übrig, was das „hochklettern“ auf ein Link-4 Monster wie Kalliberschwert noch einmal deutlich vereinfacht. Ich könnte noch eine Ganze Weile so weiter machen, und ich bin mir auch bewusst, dass Friedhofseffekte keine Neuheit mehr in Yu-Gi-Oh! sind, aber trotzdem finde ich diesen „Bonus“ in diesem ohnehin schon extrem starken Deck wirklich verblüffend, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Diese Effektflut, die auf den Gegner zukommt ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum das Deck noch nicht automatisch verloren hat, falls man den Würfelwurf verliert und einem immer noch haufenweise Optionen zur Verfügung stehen. Als letzten Vorteil des Decks möchte ich noch die Flexibilität im Bau des Extra Decks erwähnen. Theoretisch ist es nämlich möglich, jedes beliebige Link, Rang 4/9, oder Synchro Stufe 7/8/9 Monster in das Deck einzubinden, ohne viele Anpassungen am Main Deck vorzunehmen. Das macht das Deck ziemlich zeitlos und gibt ihm die Fähigkeit, sich an diverse Metas anzupassen. Karten über die man zukünftig nachdenken könnte und die sich ohne großen Aufwand beschwören lassen wären da zum Beispiel Abyss-Bewohner, I:P Masquerena, Wahrer König aller Katastrophen, Trishula, Drache der Eisbarriere oder auch der frisch erschienene Kyubi der Virtualwelt - Shenshen. Nun aber genug geschwärmt, da auch das stärkste Deck in Ganz Yu-Gi-Oh! irgendwo seine Schwächen und Macken haben muss, kommen wir hier mal auf die Schwachpunkte des Dragon Link Decks zu sprechen.

Wie man das Deck aufhält

Nach dem Hochmut kommt ja bekanntlich der Fall. Bevor wir also auf einzelne Karten eingehen, muss man an dieser Stelle definitiv erwähnen, dass eine Limitierung oder ein Verbot einer oder mehrerer der gespielten Karten gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. Das Deck spielt seit längerer Zeit ganz oben im Meta mit und selbst wenn es nur eine generische Karte wie Kristron Halqifibrax oder Linkreuz trifft, schwächt das zumindest die aktuellen Versionen dieses Decks und verhindert Combos, so wie sie aktuell ausgeführt werden. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass dieses Deck komplett von der Bildfläche verschwinden wird, dennoch sollte man immer eine Ausweichoption zur Hand haben und dies auch berücksichtigen, wenn man vor hat sich das Deck privat zuzulegen. Nun aber zu den wirklichen Nachteilen bzw. Schwächen des Decks. Was einem Combo Deck natürlich am meisten weh tut, ist ihm die Möglichkeit zu nehmen, diese überhaupt durchzuführen. Früher konnte man das mit Karten wie Maxx „C“ relativ früh unterbinden, heutzutage gibt es zwar Karten wie Nibiru, das Urwesen, aber auch diese sind keine Garantie dafür, dass der Gegner nur mit einer Spielmarke seinen Zug beendet. Kauz & Schlossvogel mag zwar eine sehr spezifische Karte sein, wirkt gegen die meisten Dragon Link Spieler aber wunder. Meistens wird schon zu Beginn eines Zuges über Schlägerdrache der Bootsektor-Start gesucht und ab diesem Moment könnt ihr dem Gegner theoretisch alle weiteren Such- und Ziehaktionen für den restlichen Zug unterbinden. Das sorgt dafür, dass man über Dracheneinheit-Ritter - Romulus nicht an die Lanze kommt und keinen Zugang zu einem Empfänger erhält, falls man diesen nicht bereits gezogen hat. Diese Kettenreaktion sorgt oft dafür, dass der Dragon Link Spieler gar nicht erst in Halqifibrax und Linkreuz Plays kommt und improvisieren muss.

Bei korrekter Ausführung kommen unter Umständen zwar immer noch dezente Felder zum Vorschein, allerdings mit deutlich höherem Ressourcenaufwand. Erfahrene Spieler verwenden daher den Schlägerdrache erst später, wenn eine zweite Kopie beschworen wird, aber selbst dann ist die Karte gegen das Deck immer noch immens stark, da es wirklich etliche verschiedene Effekte sind, die einen entweder suchen oder ziehen lassen würden. Eine Superpolymerisation ist in den meisten Fällen auch relativ machtlos, da der Dragon Link Spieler über das Zerstörungsschwert des Drachenbusters die Spezialbeschwörungen aus dem Extra Deck untersagt. Gegen Tributbeschwörungen oder Spezialbeschwörungen wie Kaijus, Lava-Golem oder Der geflügelte Drache von Ra - Kugelmodus ist man jedoch keineswegs geschützt. Zwar eignen diese sich im Normalfall besser für das Side Deck als für das Main Deck und funktionieren auch nur dann, wenn ihr auf eure Normalbeschwörung nicht angewiesen seid, dennoch werdet ihr auf diese Weise mit nur einer Karte den Großteil des gegnerischen Feldes los, ohne diesem ein Counterplay zu ermöglichen. Kein Dunkler Herrscher Mehr ist eine weitere Option, um mit nur einer Karte die Negates des Gegners bedenkenlos für eine Runde auszuschalten. Da die Monster allerdings auf dem Spielfeld bleiben, benötigt man nach Aktivierung dieser Karte bestenfalls noch Mittel, möglichst viele der Monster entweder durch Kampf oder Effekte zu zerstören Meiner Meinung nach ist es ohnehin sinnvoller, das Feld des Dragon Link Spielers zu brechen, als zu versuchen ihn beim Aufbau aufzuhalten, denn bei diesem Versuch gehen meistens alleine schon zwei bis drei Handkarten verloren und vermutlich spielt der Dragon Link Spieler mit einer guten Hand trotzdem noch weiter. Deutlich einfacher wird es natürlich, wenn der Dragon Link Spieler second gehen muss und ihr selbst ein going first Deck spielt und ihm euer Board hinlegt. Zwar habe ich erwähnt, dass es trotzdem Möglichkeiten gibt, um ein Spiel in solch einer Situation zu gewinnen, allerdings können Decks, die sich auf ein go second spezialisieren das deutlich effizienter. Seid ihr gegen einen Dragon Link Spieler in der komfortablen Situation anfangen zu dürfen, stören diesen Floodgates wie El Schattenpuppe Winda, wie man sie im Invoked Dogmatika Matchup antrifft, wohl mit am meisten.

Auch andere Karten dieser Kategorie wie Beschwörungslimit, Es kann nur einen geben, Rivalität der Kriegsherren oder Gozen Match untersagen den Großteil an möglichen Plays, was sie auch zu extrem guten Side Deck Karten macht, falls ihr euch in Duell 2 oder 3 darauf vorbereiten wollt. Müsst ihr euch in Spiel 2 oder 3 auf ein go second Spiel einstellen aber wisst bereits, was euch erwartet, so rate ich euch ebenfalls zu Karten, welche einen verheerenden Effekt ausführen würden. Konkret meine ich damit Karten wie Blitzsturm, Raigeki, Verbotener Tropfen, Talent der Drei Taktiken oder Ausgeglichener Zweikampf, denn allesamt forcieren geradezu einen Negate beziehungsweise brechen das Feld, wenn keine Negates mehr vorhanden sind. Falls ihr jedoch nur eine Aschenblüte & freudiger Frühling, eine Effektverschleierin oder eine Unendliche Unbeständigkeit zur Hand habt, rate ich euch, diese auf Karten wie Dracheneinheit-Ritter - Romulus, Linkreuz oder Kristron Halqifibrax anzuwenden, da allesamt dafür sorgen, dass der Gegner weitere Karten seiner Hand verwenden muss, um Combos fortzuführen oder manche Combopfade auch einfach nicht mehr funktionieren. Der beste Zeitpunkt für Nibiru, das Urwesen ist relativ einfach herauszufinden, nämlich ist dieser meistens genau eine Beschwörung bevor entweder Herold des Bogenlichts oder Apollousa, Bogen der Göttin auf das Spielfeld kommen würden. Erkennen kann man das ja recht einfach, da der Spieler entweder bereits 4 Link Materialien oder aber einen Stufe 3 Empfänger wie Vylon-Würfel sowie eine Stufe 1 Spielmarke auf dem Spielfeld hat. Verpasst ihr diesen Moment, lohnt es sich nur noch in Kombination mit einer anderen Handtrap Nibiru zu aktivieren, da dieser sonst vermutlich nur annulliert werden würde. Da ihr nun einige Informationen bekommen habt, was dem Deck denn so weh tut, schauen wir uns endlich mal die Decklisten an.

Decklisten

Ich möchte euch hier zwei verschiedene Ansätze des Dragon Link Decks präsentieren. Zum einen wäre da eine, was Extender betrifft, eher minimalistisch gehaltene 40 Karten Liste mit 9 Handtraps, welche die angesprochene "nicht so explosive" Combo konstant legt und mit einer soliden Anzahl an restlichen Handkarten den Zug abgibt. Zudem glänzt diese Variante durch ihre Möglichkeit im go second ebenfalls nützlich zu sein und den Gegner mit Handtraps aufzuhalten.

Euer Standardfeld besteht hier letztendlich aus zwei Negates (Herold des Bogenlichts und Kalliberlade-Wilddrache) und einem Bounce durch Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären. Auch mit einer idealen Hand wird dieses Feld nicht wirklich stärker werden, allerdings besteht hier die Möglichkeit, dass ihr noch einige Handkarten am Ende eures Spielzuges zur Verfügung habt. Koty Angeloff, welcher ein sehr erfahrener Spieler ist, bevorzugt die Liste in einer ähnlichen Version und schwört auch auf die 40 Karten Builds über den 50 oder 60 Karten Varianten. Der große Unterschied gegenüber der anderen Variante liegt darin, dass die Combo über Vylon-Würfel, Martialischer Metallmarschierer und Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären durchgeführt wird, statt andere Engines zum Extenden zu verwenden, wie zum Beispiel Rosendrachen, Drachenmädchen oder Unerwarteter Dai in Kombination mit einigen Nichteffekt-Monstern.

Zum anderen habe ich hier noch eine etwas komplexere 60 Karten Liste, welche die des ebenfalls sehr erfahrenen Shunping Xu ähnelt.

Diese Liste ist auf umfangreiche Combos und noch stärkere Felder als in der Variante zuvor ausgelegt. Hier wird statt Vylon-Würfel Roter Rosendrache als Stufe 3 Empfänger gespielt und man verzichtet auch auf den Metallmarschierer und das Siegel und verwendet hauptsächlich Karten wie Gartenrosenmädchen, Schwarzer Garten und Blauer Rosendrache um auf Apollousa, Bogen der Göttin + Gartenrosenmädchen im Friedhof zu enden. Ab hier hat man die Zonen für Wachdrache Elpy und Wachdrache Pisty sowie den passenden Drachen im Friedhof Zugriff und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Beide Listen sind natürlich anpassbar und ihr solltet sie eher als eine Art Vorlage oder Inspiration sehen als eine finale und bis ins kleinste Detail optimierte Liste. Denn letztendlich ist ein Deck immer nur das Resultat aus persönlichen Präferenzen und Erfahrungen mit den einzelnen Karten und jeder Spieler, der sich damit langfristig befasst, wird früher oder später auf seiner eigenen Variante landen. Da ich euch nun schon zweimal erzählt habe, was für Felder man denn mit diesem Deck aufbauen kann, kommen wir nun aber zum krönenden Abschluss, bei dem ich euch die angesprochenen Grundcombos in zwei verschiedenen Ein-Karten Combos aufliste.

Grundlegende Combos

Combo 1: Ein-Karten Combo mit Schwarzer Metalldrache (40 Karten Liste) Starthand: Schwarzer Metalldrache Endboard: Kalliberlade-Wilddrache mit 3750 ATK und zwei Zählern, Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären, Herold des Bogenlichts Ablauf:
  • Normalbeschwöre Schwarzer Metalldrache und Linkbeschwöre Schlägerdrache mit ihm.
  • Anschließend fügt man mit Schwarzer Metalldrache Rotäugiger Schwarzer Metalldrache und mit Schlägerdrache Bootsektor-Start der Hand hinzu.
  • Man spezialbeschwört Rotäugiger Finsterer Metalldrache indem man Schlägerdrache verbannt.
  • Nun kann man durch den Effekt von Rotäugiger finsterer Metalldrache die zuvor beschworene Kopie von Schwarzer Metalldrache vom Friedhof zurück aufs Spielfeld bringen.

Ab hier hat man den Einstiegspunkt für die Combo erreicht, zwei Drachen auf dem Spielfeld zu haben. Das Ganze ist logischerweise auch ohne Schwarzer Metalldrache möglich, erfordert dann aber eine der vielen Möglichkeiten, um einen weiteren Drachen aufs Feld zu bekommen. Aber genug dazu, weiter geht’s.

  • Mit den beiden Monstern beschwört man Dracheneinheit-Ritter - Romulus und nutzt anschließend seinen Effekt um Heilige Lanze der Dracheneinheit der Hand hinzuzufügen.
  • Man aktiviert Heilige Lanze der Dracheneinheit und rüstet Romulus aus, um Dracheneinheit Phalanx aus dem Deck ebenfalls auszurüsten.
  • Dracheneinheit Phalanx nutzt seinen eigenen Effekt, um sich zu beschwören.
  • Romulus wird für die Beschwörung von Linkreuz verwendet, dessen Effekt man anschließend verwendet, um zwei Spielmarken zu beschwören.
  • Phalanx und eine der Spielmarken werden für die Synchrobeschwörung von Martialischer Metallmarschierer verwendet.
  • Martialischer Metallmarschierer nutzt seinen Effekt um Dracheneinheit Phalanx zurück auf das Spielfeld zu bringen.
  • Anschließend verwendet man Martialischer Metallmarschierer und Linkreuz für die Linkbeschwörung von Kristron Halqifibrax.
  • Kristron Halqifibrax bringt nun Vylon-Würfel aufs Feld.
  • Vylon-Würfel und die verbleibende Spielmarke werden für die Synchrobeschwörung von Herold des Bogenlichts verwendet.

Sollte euer Gegner bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Handtrap abgeworfen haben, könnt ihr euch relativ sicher fühlen, denn ab hier habt ihr einen Negate zur Verfügung. Des Weiteren werden Monster, die von der Hand oder dem Main Deck auf den Friedhof gelegt werden verbannt, was es dem Gegner zusätzlich erschwert, weiter gegen euch vorzugehen.

  • Vylon Würfel fügt eurer Hand durch seinen Effekt Lebendes Fossil hinzu.
An dieser Stelle könntet ihr, falls ihr einen weiteren Extender zur Verfügung habt auch die Rauchgranate des Diebs suchen, um die gegnerische Hand auszudünnen. Wir gehen aber in dieser Ein-Karten Combo nur vom nötigsten aus und suchen daher Lebendes Fossil.

  • Man verwendet Dracheneinheit Phalanx für die Linkbeschwörung von Wachdrache Elpy in die rechte Zone auf die Kristron Halqifibrax zeigt.
  • Lebendes Fossil wird anschließend verwendet um Phalanx wieder zurück aufs Spielfeld zu bringen.
  • Man beschwört mit Phalanx einen weiteren Schlägerdrache in die Zone, auf die Wachdrache Elpy zeigt.
  • Elpys Effekt beschwört Rakketen-Sucher aus dem Main Deck.
  • Man beschwört Beschützer-Welpe des Zerstörungsschwertkämpfers indem man Kristron Halqifibrax und Wachdrache Elpy als Material verwendet.
  • Aus Rakketen-Sucher macht man anschließend Wachdrache Pisty, ebenfalls in die Rechte Zone, in der sich Elpy vorher befand. Nun zeigen sowohl Welpe als auch Schlägerdrache auf dieselbe freie Zone.
  • Pisty’s Effekt bringt Rakketen-Sucher aus dem Friedhof auf das Spielfeld.
  • Man verwendet Pisty und den Beschützerwelpe für die Linkbeschwörung von Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären in eine der Extra Monsterzonen.
  • Rakketen-Sucher verwendet seinen Effekt, um Schlägerdrache zu zerstören und einen Silberrakketen-Drache aus dem Deck zu beschwören.
  • Silberrakketen-Drache und Rakketen-Sucher werden für die Synchrobeschwörung von Kalliberlade-Wilddrache verwendet.
  • Kalliberlade-Wilddrache rüstet sich mit Kristron Halqifibrax vom Friedhof aus.

Combo 2: Ein-Karten Combo mit Sternenvasall Seyfert (60 Karten Liste) Starthand: Sternenvasall Seyfert Endboard: Kalliberlade-Wilddrache mit 4750 ATK, zwei Zählern und einem ausgerüsteten Zerstörungsschwert des Drachenbusters, Apollousa, Bogen der Göttin mit 2400 ATK und Transportverbund. Zusätzlich konnte man sich das Extra Deck des Gegners ansehen und eine Karte daraus verbannen und weiß somit bestenfalls schon, gegen welches Deck man antritt. Ablauf:
  • Man beschwört Sternenvasall Seyfert als Normalbeschwörung.
  • Seyfert sendet sich selbst mit seinem Effekt auf den Friedhof um Schwarzer Drache Kollapsschlange zu suchen.
  • Dieser wird nun beschworen, indem man Sternenvasall Seyfert vom Friedhof verbannt.
  • Anschließend beschwört man Schlägerdrache mit dem zuvor beschworenen schwarzen Drachen.
  • Schlägerdrache sucht Bootsektor-Start und der Schwarzer Drache sucht Weißer Drache Lindwurmstrahl aus dem Deck.
  • Weißer Drache Lindwurmstrahl wird spezialbeschworen, indem man Schwarzer Drache Kollapsschlange aus dem Friedhof verbannt.
  • Beide Monster werden für eine Link Beschwörung von Dracheneinheit-Ritter - Romulus verwendet.

Derselbe Einstiegspunkt wie in der vorherigen Combo. Auch hier wäre die Combo über andere Karten genau so umsetzbar gewesen, ich fand die Ein-Karten Combo allerdings besonders sehenswert.

  • Romulus sucht Heilige Lanze der Dracheneinheit aus dem Deck.
  • Man aktiviert Heilige Lanze der Dracheneinheit und rüstet ebenfalls wieder Dracheneinheit Phalanx aus dem Deck aus.
  • Phalanx nutzt seinen Effekt um sich selbst zu beschwören.
  • Mit Romulus linkbeschwört man nun Linkreuz und zwei Spielmarken zu erhalten.
  • Mit dem Linkreuz und Dracheneinheit-Ritter - Romulus kann man nun Kristron Halqifibrax beschwören und dessen Effekt nutzen, um Roter Rosendrache aus dem Deck zu beschwören.
  • Man verwendet Roter Rosendrache und beide Spielmarken für die Synchrobeschwörung von Gartenrosenmädchen.
  • Gartenrosenmächen fügt der Hand Schwarzer Garten hinzu und Roter Rosendrache beschwört Blauer Rosendrache als Spezialbeschwörung vom Deck.
  • Alle drei Monster werden für die Linkbeschwörung von Apollousa, Bogen der Göttin verwendet.

Ab hier gibt es auch wieder einen alternativen Pfad, indem man Schwarzer Garten aktiviert und zu einem späteren Zeitpunkt auf den Friedhof legt um Blauer Rosendrache vom Friedhof zu beschwören. Da wir hier aber keinen Rakketen-Sucher haben, benötigen wir den Garten für Wachdrache Elpy als Abwurfmaterial.

  • Man verbannt Gartenrosenmädchen um einen der Rosendrachen vom Friedhof zu beschwören.
  • Der Rosendrache wird verwendet, um Wachdrache Elpy in die mittlere von Apollousas Zonen zu beschwören.
  • Elpys Effekt bringt Omni-Drache Brotaur aufs Spielfeld.
  • Brotaurs Effekt wirft schwarzer Garten ab und wählt sich selbst, um Rakketen-Sucher der Hand hinzuzufügen.
  • Anschließend wird Brotaur als Linkmaterial verwendet, um Wachdrache Pisty in die rechte von Apollousas Zonen zu beschwören.
  • Pisty bringt Sternenvasall Seyfert aus den verbannten Karten zurück aufs Spielfeld.
  • Nun werden sowohl Pisty, Elpy, als auch Seyfert verbannt, um Trishula, Drache des Eisgefängnisses zu beschwören.
  • Dieser nutzt seinen Effekt und verbannt die oberste Karte des gegnerischen Decks, einer beliebigen Karte eurer Wahl aus seinem Extra Deck und Tempest, Drachenherrscher der Stürme aus eurem Deck, wodurch ihr Crusadia Draco auf eure Hand nehmen könnt.

Die Informationen über das Extra Deck des Gegners sind sehr wertvoll und können euch die weitere Planung für das Aufbauen eures Feldes erleichtern. Zudem seht ihr frühzeitig, ob ihr eine Superpolymerisation befürchten müsst, der Extra Deck Lock dem Gegner überhaupt weh tun würde und habt darüber hinaus sogar die Möglichkeit, eine wichtige Engine Karte des Gegners zu entfernen, um ihm das Leben noch weiter zu erschweren.

  • Da Apollousa nun wieder freie Zonen hat, könnt ihr Crusadia Draco in eine freie dieser Zonen spezialbeschwören.
  • Anschließend verwendet ihr Trishula und Draco für die Linkbeschwörung von Transportverbund.
  • Nun aktiviert man den Bootsektor und spezialbeschwört Rakketen-Sucher von der Hand.
  • Mit diesem kann man nun Bootsektor zerstören, um Silberrakketen-Drache aus dem Deck zu beschwören.
  • Silberrakketen-Drache und Rakketen-Sucher werden für eine Linkbeschwörung von Kalliberlade-Wilddrache verwendet.
  • Kalliberlade-Wilddrache nutzt seinen Effekt und rüstet Kristron Halqifibrax aus.
  • Transportverbund wählt Kalliberlade-Wilddrache und rüstet ihn mit Zerstörungsschwert des Drachenbusters aus.

Natürlich könnt ihr die Combos auch anders spielen, aber ich finde die beiden Vorgehensweisen als Einstiegspunkt sehr effizient und wollte sie euch daher unbedingt vorgestellt haben. Ich hoffe, dass all das bis hierhin gut nachvollziehbar und auch unterhaltsam war, nun ist es allerdings langsam Zeit, zum Ende des Artikels zu kommen.

Abschließende Worte

Ich denke, man hat mir bereits an der Schreibweise des Artikels angemerkt, dass dieses Deck mich wirklich sehr in seinen Bann gezogen hat. Dragon Link ist ungelogen das interessanteste und umfangreichste Deck, welches ich seit langem gespielt habe und zudem hatte ich beim herumexperimentieren wirklich einen riesengroßen Spaß. Normalerweise habe ich spätestens nach vier Wochen aktiven Spielens eines Decks meistens schon das Gefühl es "durchgespielt" zu haben und verliere so allmählich das Interesse daran, hier war das jedoch genau umgekehrt. Man hat vor lauter Möglichkeiten kein Land mehr gesehen und selbst jetzt, wo ich gefühlt schon alles ausprobiert habe, kann ich immer noch nicht mit Gewissheit sagen, welcher Build der Beste für mich ist. Ich hoffe ich konnte euch das Deck ebenfalls etwas schmackhaft machen oder zumindest wertvolle Tipps für das Spielen dagegen mit auf den Weg geben, falls ihr nicht daran interessiert sein solltet, es mal selbst zu spielen. Ich bedanke mich mal wieder für eure Aufmerksamkeit und verabschiede mich an dieser Stelle. Bis zum nächsten Mal!